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Padelplatz und 18. BImSchV: Lärm, Richtwerte und was wirklich hilft.
Warum Padel lauter wirkt als Tennis, welche Richtwerte die Sportanlagenlärmschutzverordnung setzt und wie Lage, Betriebszeiten und eine Lärmschutzwand helfen.
KI-generiertes SymbolbildEntwurf. Dieser Beitrag ist noch nicht fachlich geprüft und nicht veröffentlicht. Er ist nur auf der Testseite sichtbar.
Padel wächst schnell. Neue Plätze entstehen an Tennisanlagen, Hotels, Fitnessstudios und auf Gewerbeflächen, oft nah an Wohnhäusern. Mit den Plätzen kommen die Beschwerden: über das ständige „Plopp“, die Schläge gegen das Glas und die Rufe am Abend. Dieser Beitrag erklärt, nach welchen Regeln Padel-Lärm beurteilt wird und was man beim Planen oder Nachrüsten tun kann.
Warum Padel als laut empfunden wird
Ein Padelplatz ist 20 m lang und 10 m breit und von Wänden aus Glas und Gitter umgeben. Gespielt wird mit einem festen Schläger ohne Saiten, und der Ball darf über die Wände gespielt werden. Daraus ergeben sich drei Eigenheiten:
- Viele kurze, harte Schläge. Jeder Treffer mit dem Schläger und jeder Aufprall am Glas ist ein kurzes, impulsartiges Geräusch. Das Ohr nimmt solche Geräusche deutlicher wahr als ein gleichmäßiges Rauschen.
- Hohe Spielfrequenz. Die Ballwechsel sind oft lang, und auf einem Platz spielen vier Personen.
- Stimmen. Padel ist ein Doppel, gesprochen und gerufen wird viel.
Der Mittelwert über eine Stunde muss dabei gar nicht hoch sein. Gestört wird man vor allem durch die Spitzen und durch ihre Regelmäßigkeit.
Welche Regeln gelten
Ein Padelplatz ist eine Sportanlage. Sein Lärm wird nach der 18. BImSchV, der Sportanlagenlärmschutzverordnung, beurteilt. Der Betreiber muss sie einhalten. Zuständig für die Überwachung ist in Bayern in der Regel die untere Immissionsschutzbehörde am Landratsamt oder bei der kreisfreien Stadt. Im Bauantrag für einen neuen Platz verlangt die Behörde häufig eine Schallprognose.
Die Verordnung nennt Immissionsrichtwerte, die vor dem Fenster des am stärksten betroffenen Wohnraums gelten. Tagsüber außerhalb der Ruhezeiten:
| Gebiet | tags | nachts |
|---|---|---|
| Gewerbegebiet | 65 dB(A) | 50 dB(A) |
| Kerngebiet, Dorfgebiet, Mischgebiet | 60 dB(A) | 45 dB(A) |
| allgemeines Wohngebiet, Kleinsiedlungsgebiet | 55 dB(A) | 40 dB(A) |
| reines Wohngebiet | 50 dB(A) | 35 dB(A) |
Drei Regeln machen die Sache strenger, als die Tabelle vermuten lässt:
- Ruhezeiten. Werktags von 6 bis 8 und von 20 bis 22 Uhr, an Sonn- und Feiertagen zusätzlich mittags, gelten Ruhezeiten. In einem Teil davon sind die Richtwerte niedriger als am Tag. Wie welche Ruhezeit bewertet wird, regelt § 2 der Verordnung in der seit 2017 geltenden Fassung. Gerade die Abendstunden, in denen Padel nach der Arbeit gespielt wird, verdienen in der Prognose besondere Aufmerksamkeit.
- Zuschlag für Impulshaltigkeit. Kurze, harte Geräusche werden bei der Berechnung des Beurteilungspegels mit einem Zuschlag versehen. Padel trifft das voll.
- Spitzenpegel. Einzelne kurze Geräuschspitzen dürfen den Richtwert tags um nicht mehr als 30 dB und nachts um nicht mehr als 20 dB überschreiten. Bei Plätzen nah an Wohnhäusern kann diese Grenze maßgeblich werden.
Zur Anlage gehören auch Einrichtungen, die mit ihr eng zusammenhängen, etwa der eigene Parkplatz. Türenschlagen und Gespräche beim Abfahren am späten Abend zählen also mit.
Was in welcher Reihenfolge hilft
1. Lage und Abstand. Bei einer einzelnen Schallquelle sinkt der Pegel mit jeder Verdoppelung des Abstands um rund 6 dB. Ein Platz, der 20 m weiter weg von den Häusern steht, hilft oft mehr als jede Wand. Auch Gebäude auf dem eigenen Gelände, etwa ein Clubhaus oder eine Halle, können als Abschirmung dienen.
2. Spielzeiten. Die Richtwerte für die Nacht und die Ruhezeiten sind am strengsten. Klare Spielzeiten, die auch technisch umgesetzt werden, etwa über die Platzbuchung und die Beleuchtung, sind die günstigste Maßnahme.
3. Lärmschutzwand. Wenn Abstand und Zeiten nicht reichen, kommt eine Wand in Frage. Die gute Nachricht: Die Schlaggeräusche liegen vor allem im mittleren und hohen Frequenzbereich. Den schirmt eine Wand deutlich besser ab als das tiefe Brummen von Maschinen. Damit sie wirkt, braucht es:
- Nähe zum Platz. Eine Wand direkt am Court erzeugt einen größeren Umweg als eine Wand an der Grundstücksgrenze in der Mitte zwischen Platz und Haus.
- Ausreichende Höhe. Die Schläge entstehen in Schulterhöhe und darüber, und der Ball prallt bis in die Höhe der Rückwände. Die Wand muss die Sichtlinie von dort zu den Fenstern unterbrechen, auch zu den oberen Geschossen.
- Ausreichende Länge. Die Wand muss seitlich über den Platz hinausgehen, sonst läuft der Schall um die Enden.
- Eine geschlossene Fläche. Planen und Netze helfen nicht. Fugen und Spalten am Boden müssen dicht sein.
- Eine absorbierende Seite zum Platz. Eine harte Wand wirft den Schall zum Court und zu anderen Nachbarn zurück. Eine schallschluckende Oberfläche verhindert das. Was die Prüfwerte dafür bedeuten, erklärt der Beitrag DIN EN 1793 einfach erklärt.
Wie viel eine Wand bei welcher Höhe und welchem Abstand bringt, lässt sich abschätzen. Das Prinzip und ein Rechenbeispiel stehen im Beitrag Wie viel bringt eine Lärmschutzwand?.
4. Halle oder Überdachung. Eine geschlossene Halle löst das Problem meist vollständig, ist aber teuer und braucht ein eigenes Genehmigungsverfahren. Eine offene Überdachung allein bringt für die Nachbarn wenig, solange die Seiten offen sind.
Was in eine Schallprognose gehört
Für einen neuen Platz oder einen Konflikt mit Nachbarn ist eine Schallprognose durch ein anerkanntes Büro die Grundlage. Sie sollte enthalten:
- die Emissionsansätze für Padel, mit Quelle, denn Padel ist in älteren Kennwertsammlungen oft nicht eigens erfasst
- den Betrieb je Stunde, auch in den Ruhezeiten und am Sonntag
- die Spitzenpegel, nicht nur die Mittelwerte
- den Parkplatz und den Zugang
- Varianten mit und ohne Wand, mit Höhe und Lage
Was das für die Planung heißt
Wer einen Padelplatz neu baut, sollte den Lärmschutz vor der Lage des Platzes klären, nicht danach. Eine Drehung des Platzes, ein paar Meter mehr Abstand oder ein Clubhaus an der richtigen Stelle sind dann oft genug.
Muss eine Wand gebaut werden und ist wenig Platz, ist eine schlanke Bauweise gefragt. Die RAU Rock Extensiv braucht ab 13 cm Baubreite und ist begrünbar. Wo mehr Platz ist, kommt die RAU Klimawand R3 in Frage. Mehr zum Lärmschutz an Sportanlagen finden Sie auf der Seite Lärmschutzwand am Sportplatz. Schicken Sie uns einen Lageplan mit Platz, Häusern und verfügbarer Fläche, dann schätzen wir ein, welche Höhe und Lage sinnvoll sind.
Häufige Fragen
Gilt für einen Padelplatz die TA Lärm oder die 18. BImSchV?
Für Anlagen, die der Sportausübung dienen, gilt die 18. BImSchV. Das betrifft auch Padelplätze an Vereinsheimen, Hotels oder Tennisanlagen. Gastronomie oder Veranstaltungen auf demselben Gelände können zusätzlich nach anderen Regeln beurteilt werden.
Ist Padel lauter als Tennis?
Es wird oft so empfunden. Der Ball wird mit einem harten Schläger gespielt und trifft häufig auf die Glaswände, dadurch entstehen viele kurze, harte Schlaggeräusche. Wie laut es beim Nachbarn tatsächlich ist, zeigt nur eine Schallprognose für den konkreten Standort.
Reicht ein Sichtschutzzaun mit Plane?
Nein. Eine Plane ist für Schall weitgehend durchlässig und bringt kaum Minderung. Eine Lärmschutzwand muss geschlossen, ausreichend schwer und ohne Lücken sein.
Quellen
- Achtzehnte Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (Sportanlagenlärmschutzverordnung – 18. BImSchV)
- Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG), § 22 Pflichten der Betreiber nicht genehmigungsbedürftiger Anlagen
- VDI 3770: Emissionskennwerte von Schallquellen – Sport- und Freizeitanlagen
- DIN ISO 9613-2: Akustik – Dämpfung des Schalls bei der Ausbreitung im Freien – Teil 2: Allgemeines Berechnungsverfahren
Dieser Beitrag gibt einen fachlichen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung, kein Schallgutachten und keine Auskunft der zuständigen Behörde im Einzelfall.

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