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Begrünte Lärmschutzwand oder Betonwand, Holz, Alu, Gabione? Die Materialien im Vergleich.
Beton, Holz, Aluminium, Glas, Gabione oder begrünt: Was die Materialien für Lärmschutzwände bei Schalldämmung, Absorption, Platz und Pflege leisten.

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Wer eine Lärmschutzwand plant, bekommt schnell Angebote aus sehr unterschiedlichen Materialien. Dieser Beitrag ordnet sie nach den Fragen, die in der Praxis entscheiden: Wie gut schützt die Wand, wie viel Platz braucht sie, wie wird sie gegründet, wie sieht sie aus und was muss man später tun?
Zuerst: Was alle Wände gemeinsam haben
Die Abschirmung entsteht vor allem durch Höhe und Lage der Wand (siehe unseren Beitrag Wie viel bringt eine Lärmschutzwand?). Das Material muss dafür zwei Dinge leisten:
- Luftschalldämmung: Durch die Wand selbst darf deutlich weniger Schall kommen als über die Krone. Geprüft wird das nach DIN EN 1793-2, angegeben als Einzahlwert DLR in dB.
- Schallabsorption: Eine Oberfläche, die Schall schluckt, verhindert, dass er zurückgeworfen wird und gegenüber lauter ankommt. Geprüft nach DIN EN 1793-1, angegeben als DLα in dB.
Dazu kommen die nichtakustischen Anforderungen nach DIN EN 1794: Standsicherheit unter Wind und Eigengewicht, Sicherheit bei einem Anprall, Brandverhalten. Für Lärmschutzwände an Straßen regelt DIN EN 14388 die Leistungserklärung, und bei Straßenbauprojekten der öffentlichen Hand wird für die Ausführung in der Regel die ZTV-Lsw 22 vereinbart.
Daraus folgt der wichtigste Rat: Vergleichen Sie Angebote anhand der Prüfwerte, nicht anhand des Materialnamens. Zwei Holzwände können sich akustisch stärker unterscheiden als eine Holz- und eine Betonwand.
Die Materialien im Überblick
| Material | Schalldämmung | Absorption | Platzbedarf | Optik | Pflege |
|---|---|---|---|---|---|
| Beton | hoch durch Masse | glatt reflektierend, mit absorbierender Vorsatzschale möglich | gering | technisch, gestaltbar | gering, Graffiti möglich |
| Holz | je nach Aufbau | als Kassette mit Füllung gut möglich | gering | natürlich | Holzschutz, begrenzte Dauer im Wetter |
| Aluminium | je nach Aufbau | Lochblech mit Füllung, oft hochabsorbierend | gering | technisch | gering |
| Glas, Acryl | gut | reflektierend | gering | durchsichtig | Reinigung, Vogelschutz nötig |
| Gabione | nur mit dichtem Kern hoch | Steinoberfläche streut | mittel | Naturstein | gering |
| Erdgefüllt und begrünt | hoch durch Masse | bepflanzte Oberfläche | mittel bis groß | grün | Bewässerung in der Anwuchszeit |
| Erdwall | hoch | bewachsen | sehr groß | Landschaft | Mähen, Gehölzpflege |
Die Tabelle beschreibt typische Ausführungen. Was ein bestimmtes Produkt leistet, steht in seinem Prüfbericht.
Beton
Betonwände haben viel Masse und dämmen deshalb gut. Ihre glatte Oberfläche wirft Schall aber zurück. Wo das stört, etwa an Straßen mit Bebauung auf beiden Seiten, braucht es eine absorbierende Vorsatzschale. Beton ist dauerhaft, braucht aber ein tragfähiges Fundament und schweres Gerät für die Montage. Gestalterisch bleibt er eine technische Wand, die sich mit Farbe, Struktur oder Rankpflanzen aufwerten lässt.
Holz
Holz ist leicht, schnell montiert und wirkt natürlich. Als Kassette mit absorbierender Füllung kann es Schall gut schlucken. Die Schwachstelle ist die Witterung: Holz arbeitet, Fugen öffnen sich, und ohne guten konstruktiven Holzschutz ist die Lebensdauer begrenzt. Viele ältere Holzwände an Straßen werden heute ersetzt oder saniert. Bei RAU geschieht das mit der RAU Sanierung: Die alten Holzfelder werden ausgebaut, die vorhandenen Stahlträger bleiben stehen und nehmen neue, begrünbare Elemente auf.
Aluminium
Aluminiumkassetten mit gelochter Vorderseite und Füllung sind leicht, korrosionsbeständig und oft hochabsorbierend. Man sieht sie häufig an Autobahnen und Bahnstrecken. Ihre Optik ist technisch, in Wohngebieten wird sie deshalb oft als störend empfunden.
Glas und Acryl
Transparente Wände lassen Licht und Sicht durch, etwa an Brücken oder vor Fenstern. Akustisch dämmen sie gut, reflektieren aber vollständig. Für Vögel sind sie eine Gefahr und brauchen eine wirksame Markierung. Dazu kommen Reinigung und das Risiko von Kratzern oder Graffiti.
Gabionen
Ein Steinkorb mit loser Schüttung sieht massiv aus, hat aber Hohlräume, durch die Schall dringt. Für Lärmschutz braucht eine Gabione einen dichten Kern oder eine ausreichende Dicke. Die RAU Alpin ist so aufgebaut: ein Korb mit geschüttetem Naturstein außen und einem monolithischen Sandkern innen, bis 12 m hoch, mit einer Fußbreite von rund 160 cm, die sich nach oben verjüngt. Für den Vorsatz nehmen wir Bruchstein, der in der Nähe der Baustelle verfügbar ist, etwa Granit aus dem örtlichen Steinbruch.
Erdgefüllt und begrünt
Begrünte Lärmschutzwände bestehen aus einem Stahlgerüst oder Korb, der mit Erde gefüllt und bepflanzt wird. Die Füllung bringt die Masse. Die bepflanzte Erdoberfläche ist uneben und porös und wirft Schall deshalb weniger zurück als eine glatte Fläche; wie viel sie schluckt, zeigt der Prüfwert DLα des jeweiligen Systems. Die Wand braucht mehr Platz als eine schlanke Elementwand, aber deutlich weniger als ein Erdwall.
Die RAU Klimawand R3 wird bis 12 m hoch gebaut. Die Fußbreite liegt je nach Höhe bei rund 80 cm bis 2 m. Sie kommt ohne aufwendige Tiefgründung aus, die Füllung besteht möglichst aus Aushub vom Ort, und Kurven, Höhensprünge oder Anschüttungen sind möglich. Die Pflanzen brauchen eine Anwuchszeit, bis die Wand geschlossen grün ist, und in dieser Zeit Wasser.
Wo der Platz für eine erdgefüllte Wand fehlt, gibt es schlanke begrünbare Elemente: Die RAU Rock Extensiv ist bis 10 m hoch, rund 25 cm breit und ab 13 cm Baubreite möglich. Ihre vormontierten Elemente werden zwischen Stahlträger gesetzt.
Erdwall
Ein Wall aus Erde ist einfach, braucht aber wegen seiner Böschungen sehr viel Fläche. Er lohnt sich, wo Aushub anfällt und Grund günstig ist, etwa am Rand neuer Baugebiete. Auf engem Raum oder für große Höhen scheidet er aus. Eine Kombination ist möglich: eine Wand auf einem niedrigen Wall.
So treffen Sie die Wahl
- Wirkung festlegen: Welche Höhe und Lage braucht es? Das ergibt sich aus der Schallberechnung, nicht aus dem Material.
- Platz messen: Wie breit darf die Wand am Fuß sein? Daraus ergibt sich, welche Systeme überhaupt in Frage kommen.
- Umgebung prüfen: Stehen gegenüber Häuser oder eine zweite Wand, ist eine absorbierende Oberfläche wichtig.
- Gründung und Zugang klären: Leitungen im Boden, Zufahrt für Geräte, Hanglage.
- Optik und Pflege abwägen: Wer schaut auf die Wand, und wer kümmert sich später um sie?
- Prüfwerte anfordern: DLR und DLα nach DIN EN 1793 und die Nachweise nach DIN EN 1794.
Die Prüfwerte nach DIN EN 1793 für unsere Systeme nennen wir auf Anfrage. Schicken Sie uns Lageplan, gewünschte Höhe und die verfügbare Breite, dann sagen wir Ihnen, welche Bauweise in Frage kommt.
Häufige Fragen
Welches Material dämmt Schall am besten?
Für die Schalldämmung zählt vor allem die Masse je Quadratmeter und eine dichte Fläche ohne Fugen. Beton, Erdfüllungen und Gabionen mit dichtem Kern haben viel Masse; leichte Systeme aus Holz oder Aluminium erreichen gute Werte durch ihren Aufbau. Maßgeblich ist der geprüfte Wert nach DIN EN 1793-2.
Was bedeutet hochabsorbierend?
Eine hochabsorbierende Wand schluckt einen großen Teil des Schalls, statt ihn zurückzuwerfen. Das ist wichtig, wenn gegenüber Häuser stehen oder zwei Wände parallel verlaufen. Geprüft wird das nach DIN EN 1793-1.
Braucht eine begrünte Lärmschutzwand viel Pflege?
In der Anwuchszeit brauchen die Pflanzen Wasser, bei längerer Trockenheit auch danach. Wie viel Pflege anfällt, hängt von Bepflanzung, Standort und Bewässerung ab und sollte bei der Planung festgelegt werden.
Quellen
- DIN EN 1793-1: Lärmschutzvorrichtungen an Straßen – Prüfverfahren zur Bestimmung der akustischen Eigenschaften – Teil 1: Schallabsorption im diffusen Schallfeld
- DIN EN 1793-2: Lärmschutzvorrichtungen an Straßen – Prüfverfahren zur Bestimmung der akustischen Eigenschaften – Teil 2: Luftschalldämmung im diffusen Schallfeld
- DIN EN 1794-1 und DIN EN 1794-2: Lärmschutzvorrichtungen an Straßen – Nichtakustische Eigenschaften (mechanische Eigenschaften und Standsicherheit; allgemeine Sicherheits- und Umweltanforderungen)
- DIN EN 14388: Lärmschutzvorrichtungen an Straßen – Festlegungen
- ZTV-Lsw 22: Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für die Ausführung von Lärmschutzwänden an Straßen, Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen
Dieser Beitrag gibt einen fachlichen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung, kein Schallgutachten und keine Auskunft der zuständigen Behörde im Einzelfall.

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