Für BESS-Anlagen mit 24/7-Betrieb ist ein Lärmschutz notwendig, der auf den Nachtzeitraum ausgelegt ist, weil Batteriespeicher nachts durchgehend arbeiten und die TA Lärm dann niedrigere Richtwerte ansetzt. RAU.bayern plant dafür das RAU Bess Lärmschutzsystem als hochabsorbierende Wand gegen das Dauergeräusch von Kühlsystemen und Wechselrichtern. Anders als eine Produktionshalle mit Schichtende kennt ein Speicherstandort keine Ruhezeit, in der die Wand entbehrlich wäre. Wir legen die Wand deshalb auf den Zustand mit laufenden Lüftern aus, nicht auf den Mittelwert über den Tag. Die Begrünung am Wandfuß braucht keine Bewässerung, sodass die Abschirmung ohne Betriebsaufwand für den Betreiber funktioniert. Für die Klimawand R3 liegt ein Climate Handprint vor, der Wandkörper wird mit vor Ort gewonnenen Böden befüllt.

Warum ist der Nachtzeitraum bei Batteriespeichern der maßgebende Beurteilungsfall?
Der Nachtzeitraum ist bei Batteriespeichern der maßgebende Beurteilungsfall, weil die Anlage zwischen 22 und 6 Uhr mit derselben Kühlleistung arbeitet wie am Tag, die TA Lärm für diese Stunden aber niedrigere Immissionsrichtwerte vorgibt. In einem allgemeinen Wohngebiet liegt der Nachtwert bei 40 dB(A), in einem Mischgebiet bei 45 dB(A), im Gewerbegebiet bei 50 dB(A). Netzdienstleistungen wie Regelenergie oder die Zwischenspeicherung von Solarstrom führen dazu, dass Wechselrichter und Kühlsysteme gerade nachts unter Last laufen. Das Dauergeräusch der Lüfter in den Containern ist damit kein kurzzeitiges Ereignis, sondern eine gleichmäßige Belastung über die gesamte Nacht. Für die Auslegung des RAU Bess Lärmschutzsystems bedeutet das, dass wir die Wand nicht auf einen Mittelwert, sondern auf den Volllastzustand der Kühlung planen. Die Wand muss die Sichtlinie zwischen den Lüfteröffnungen und den Schlafzimmerfenstern der nächsten Wohnhäuser durchgehend unterbrechen. Wir arbeiten dabei mit den Lastprofilen, die der Projektentwickler für den Netzanschluss vorlegt, und mit dem Schallgutachten des Betreibers. Die technischen Grundlagen der hochabsorbierenden Wandsysteme sind auf unserer Seite zum RAU Bess Lärmschutzsystem zusammengefasst.
Welche Rolle spielt das Dauergeräusch gegenüber kurzzeitigen Geräuschspitzen?
Das Dauergeräusch einer BESS-Anlage bestimmt den Beurteilungspegel, während kurzzeitige Geräuschspitzen nach TA Lärm gesondert bewertet werden und den Richtwert nachts um nicht mehr als 20 dB(A) überschreiten dürfen. Bei Batteriespeichern entstehen Spitzen etwa beim Anlaufen von Lüftergruppen oder beim Schalten von Transformatoren, das Grundgeräusch aber kommt aus den Kühlsystemen der Container und den Wechselrichtern. Eine Lärmschutzwand wirkt auf beides, sofern sie hoch genug ist und nahe an der Quelle steht. Wir setzen die Wand deshalb möglichst dicht an die Containerreihe, mit Rücksicht auf Wartungswege und die Abstimmung zum Brandschutzkonzept. Die hochabsorbierende Oberfläche unserer Systeme mindert das Risiko, dass das Dauergeräusch zwischen Wand und Containerwand mehrfach reflektiert wird und an anderer Stelle austritt. Für Speicheranlagen mit begrenztem Platz zwischen Zaun und Container setzen wir die RAU Rock Extensiv mit 13 cm Minimalbreite ein. Die Befüllung mit vor Ort gewonnenen Böden hält die Wand volumenbeständig, was für eine Abschirmung über die gesamte Betriebsdauer der Anlage von Bedeutung ist. Unsere Servicekolonnen prüfen im Kundendienst, ob Bewuchs und Wandkörper die geplante Höhe halten.









